Dokumentation
Demo-Verlauf
Mitmachen
Aufruf
UnterstützerInnen
Hintergrund
Kontakt/Impressum
Link-Liste
Startseite

Nazi-Aufmarsch in Bonn-Duisdorf am 12. Juli verhindern

 

 

 

Demo am 12. Juli 2008

Ingo Degenhardt
DGB-Region Bonn/Rhein-Sieg/Oberberg

- Es gilt das gesprochene Wort -

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freunde

Mit diesem Gedicht des Theologen und Widerstandskämpfer, Martin Niemöller, will ich Sie und Euch alle heute morgen hier in Bonn-Duisdorf begrüßen und eröffne unsere Kundgebung im Namen des Bündnisses »Kein Fußbreit den Faschisten«

Dieses Gedicht ist heute so aktuell, wie in der Zeit in der es geschrieben wurde.
10 Jahre hat es gedauert bis die Neonazis wieder in unserer Stadt demonstrieren wollen.
Und darum müssen wir heute - und hier an dieser Stelle unseren Protest zum Ausdruck bringen, liebe Freundinnen und Freunde.

Die geplante Demonstration des neonazistischen »Aktionsbüros Mittelrhein« richtet sich gegen die hier nebenan ansässige Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Die »Kameradschaften« und »Autonomen Nationalisten« wenden sich mit ihrer Aktion gegen die Indizierung rechtsextremer CDs.
Sie wollen für die Freiheit der Verbreitung rassistischer, fremdenfeindlicher und antisemitischer, Hass und Gewalt verherrlichender Musik demonstrieren.

Sie fordern Meinungsfreiheit statt staatliche Zensur - und das kurz nach dem 75. Jahrestag der Bücherverbrennung.

Dagegen richtet sich unser heutiger Protest.
Heute ist der Tag wo wir Flagge zeigen müssen.

Ich bin begeistert, dass so viele unseren Aufruf unterstützen und das ihr alle hier seid, um an diesem Platz friedlich und entschlossen gegen den geplanten Aufmarsch der Neonazis zu demonstrieren.
Viele reisen auch noch aus dem Umland an und kommen deshalb etwas später.

Eine Menge Vorbereitungszeit liegt hinter uns.
Auf diesen Tag haben wir hingearbeitet, weil wir es nicht zulassen wollen, dass hier und nirgends wo anders die Nazis ihre menschenverachtenden Parolen zum Ausdruck bringen können.
Mit CD-Verteilaktionen auf Schulhöfen und mit Konzerten aus dem Bereich des Rechtsrocks wollen sie unsere Kinder für sich gewinnen.
Dagegen setzen wir uns friedlich zur Wehr.

Bonn ist unsere Stadt. Bonn ist vielfältig und bunt - aber nicht braun, liebe Freunde.

Friedlich und entschlossen den Naziaufmarsch verhindern, so steht es auf den Plakaten und Flugblättern - und dass wir jetzt hier stehen ist ein großer Erfolg. Mit dieser Demonstration und Kundgebung haben wir den Nazis bereits die Stirn geboten, denn sie wollten auch in die Innenstadt hineinziehen und jetzt stehen wir hier in unmittelbarer Nähe der Bundesprüfstelle, ihrem geplantem Kundgebungsort.

Unser Bündnis, welches sich Anfang Juni gegründet hat, ist ein Zusammenschluss der unterschiedlichsten Gruppierungen, Vereine, Initiativen, Kirchen, Gewerkschaften, einzelner Parteien, Studenten, Jugendlicher, aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis und einer Vielzahl von Bonnerinnen und Bonner.
Der Unterstützerkreis hat sich von Tag zu Tag erweitert und das über die Stadtgrenzen von Bonn hinaus.
Wir haben mit diesem unserem Bündnis regional, landesweit und bundesweit bei vielen Menschen nicht nur Zuspruch sondern auch Anerkennung erzielt.

Ein solches Bündnis hat es so in dieser Form bisher hier noch nicht gegeben.
Geprägt von Glaubwürdigkeit, von Ehrlichkeit, Vertrauen und gegenseitiger Rücksichtnahme haben sich die Beteiligten auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen können. Das ist unsere Kraft und Stärke, liebe Freundinnen und Freunde.

Unsere gemeinsame Aktion sind der Demonstrationszug und diese Kundgebung.

Darüber hinaus wird es heute noch weitere Aktionen und Mahnwachen geben, u.a. in der Ladestraße am Duisdorfer Bahnhof, wo nachher mit Sicherheit auch Menschen sein werden, die jetzt hier mit uns gemeinsam zusammenstehen.

Friedlich und entschlossen wollen wir unseren Protest zum Ausdruck bringen.

Für rassistische und antisemitische Parolen darf es keinen Platz geben, weder in Bonn, noch anderswo.

Ich sage hier ganz deutlich:
In Bonn ist für Neonazis und Faschisten kein Platz.

In unserem gemeinsamen Aufruf steht:

- Gemeinsam gegen Rassismus und rechte Gewalt
- Für ein Leben in bunter Vielfalt und gegenseitigem Respekt
- Gemeinsam gegen Neonazi-Organisationen und Parteien
- Für die Umsetzung des antifaschistischen Auftrages unseres Grundgesetzes.

Das sind die Punkte, die uns miteinander verbindet.

Meine sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freunde,

schon jetzt möchte ich bereits allen danken, die diese Aktion mit vorbereitet haben, ein Dank an unsere Künstlerinnen und Künstler und an unseren Moderator, Lorenz Beckhardt, der uns heute den ganzen Tag über unterstützt.

Und ich möchte noch einen ganz persönlichen Dank an alle Bündnispartner richten.

Auch wenn unsere Treffen nicht immer einfach zu steuern waren, bin ich froh, diese gemeinsame Zeit habe moderieren zu dürfen.
Gemeinsam haben wir eine Menge erreicht und unsere Anstrengungen werden über diesen Tag hinaus ein wichtiges Zeichen in der Region setzen.

Ich wünsche uns allen einen erfolgreichen und friedlichen Tag und bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

<< Demo-Übersicht