Bonn setzt gemeinsames Zeichen: Tausende blockieren BOGIDA-Demonstration - Rassistischer „Spaziergang“ fand nicht statt

Schon lange vor Beginn der beabsichtigten BOGIDA-Veranstaltung strömten Jung und Alt auf den Kaiserplatz um deutlich zu machen: In Bonn sind Rassisten und Nazis unerwünscht. Hier ist friedliches Zusammenleben in guter Nachbarschaft
gewollt.
Als BOGIDA mit knapp 100 Teilnehmern schließlich unter Polizeischutz erschien, war der Kaiserplatz durch die Gegenkundgebung so gut gefüllt, dass bereits absehbar war, dass der "Spaziergang" der Rassisten nicht möglich sein
würde. Rund 4000 Bonnerinnen und Bonner bekräftigten immer wieder, das Rassisten in Bonn unerwünscht, Flüchtlinge aber willkommen sind. Derart umgeben von entschlossenen Menschen, musste die kleine BOGIDA-Schar unter Polizeischutz auf dem Kaiserplatz ausharren, die geplante Demonstration konnte nicht stattfinden.

"Wir haben gemeinsam einen guten Abend lang gezeigt, dass es in Bonn für Rassisten keinen Platz gibt. Falls BOGIDA wiederkommen möchte, werden wir wieder präsent sein, " so die Sprecherin von Bonn stellt sich quer, Susanne Rohde, nach Abschluss der Protestversammlung. „Und wir werden viele neue Ideen haben.“

Es gibt aber auch Wermutstropfen in der positiven Bilanz des Abends. „Die Personalpolitik der Polizei ist nicht nachvollziehbar“, kritisiert Jürgen Repschläger, der für das Bündnis die Kooperationsgespräche mit der Polizei geführt hat. „Die Gespräche mit der Bonner Polizei waren zwar konstruktiv, aber leider ohne Belang für die konkrete Situation vor Ort, da die Einsatzleitung in den Händen von ortsfremden Kräften lag, die sich über die getroffenen Vereinbarungen uninformiert zeigten.“ Dies führte gerade zu Beginn der Kundgebung zu einigen brenzligen Situationen.

"Einige Polizeibeamte haben einen Teil unserer Kundgebung ziemlich brutal angegriffen: Da hat es Griffe ins Gesicht gegeben, blutige Nasen und kurzzeitige Festnahmen. Wir verurteilen das, wie auch schon den Pfeffersprayeinsatz am 1.Mai 2012, für den sich Polizeipräsidentin Brohl-Sowa eigentlich entschuldigt hatte und Besserung gelobte. Warum muss das immer wieder sein? " erklärte Simon Ernst, Ko-Moderator von Bonn stellt sich quer am heutigen Abend.

15.12.2014