Bonn stellt sich quer ruft dazu auf, sich am kommenden Dienstag (2. Februar) an dem REFUGEE SCHUL- & UNISTREIK in Bonn zu beteiligen

Beginn: Dienstag 2. Februar, 10.00 Uhr, Kaiserplatz in Bonn
Gemeinsam wollen wir für eine Gesellschaft, die keine Grenzen kennt, demonstrieren!

- Gegen organisierte Ausgrenzung: Recht auf Arbeit, Bildung & Bewegung!
- Bleiberecht für alle! Grenzen öffnen, Abschiebungen stoppen!
- Rechte Gewalt stoppen! Sicherheit & Schutz für alle Flüchtlinge!
- Gegen die Unterbringung in Lagern! Freien Wohnraum nutzen!

Das Anliegen der Schüler_innen und Studierenden ist auch unser Anliegen und verdient eine breite Unterstützung von Bonnerinnen und Bonnern.

Es ist eine gute Tradition, dass Bonn immer wieder starke Zeichen gegen Rassismus und Faschismus und für ein buntes Zusammenleben gesetzt hat. Doch dieses bunte Zusammenleben und die Toleranz, die in unserer Stadt vorherrscht, ist nicht erst seit den Ereignissen in der Kölner Silvesternacht durch das Aufkommen einer neuen Rechte in Gefahr. Es muss somit unsere Aufgabe sein, dass wir hier in Bonn unsere Positionen breit in die Öffentlichkeit tragen und „besorgten Bürgern“, Rassisten und den wieder erstarkten Neonazis klar machen, dass sie mit ihren Hetzparolen und Lügen bei uns keinen Platz finden.

Es ist unsere moralische Pflicht, dass wir Menschen helfen, die keine freie Wahl mehr hatten an den Ursachen ihrer Flucht etwas zu ändern. Krieg, Zerstörung und Armut zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Sie lassen alles zurück und riskieren ihr Leben um Elend und Tod zu entkommen. Tausende sterben schon auf der Flucht.

Doch statt den traumatisierten Menschen Schutz und Hilfe zukommen zu lassen, werden die Grenzen der EU völlig abgeschottet und auch Deutschland will zum zweiten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik die Asylgesetze unmenschlich verschärfen. Bereits in den 90er Jahren gab die damalige Bundesregierung anscheinend lieber dem Druck von „besorgten Bürgern“, Rassisten und Neonazis nach und verschärfte damals die Asylgesetze, anstatt die damaligen Brandstifter und Mörder zur Rechenschaft zu ziehen. Die Geschichte wiederholt sich.

Wie sieht die Realität für Geflüchtete in Deutschland aus?

Ankommende Flüchtlinge werden in heruntergekommenen und überfüllten Lagern isoliert. Meist gibt es für Refugees weder ausreichend Sprachkurse noch andere soziale Angebote oder Möglichkeiten zu arbeiten: Nur den trostlosen Alltag im Lager. Dort leben sie täglich mit der Angst abgeschoben zu werden. Eine Abschiebung bedeutet für viele den sicheren Tod!

In Troisdorf sind mittlerweile Flüchtlinge in den Hungerstreik getreten, weil sie seit mehr als sieben Monaten über ihre Zukunft im Unklaren gelassen werden. Diese werden sich am Dienstag an dem „Refugee Schul- & Unistreik beteiligen.

Über 1000 Flüchtlinge haben schon versucht, sich aus Angst vor einer Abschiebung umzubringen. Und zu allem Überfluss erleben wir gerade eine nie dagewesene Welle rassistischer Gewalt gegen Flüchtlinge: 2015 zählte das BKA mehr als 850 Übergriffe.

Doch gegen diese menschenverachtenden Zustände regt sich zum Glück auch Widerstand! In vielen Städten gingen hunderte Menschen raus, um die Refugees an den Bahnhöfen in Empfang zu nehmen und ihnen mit Sachspenden zu helfen. Und immer mehr wollen noch weiter gehen, schließen sich mit den Flüchtlingen zusammen und gehen für eine grundsätzliche Verbesserung der Lage auf Straße.
Lasst uns diesen Protest weiterbringen! Lasst uns gemeinsam am 2. Februar an dem Refugee Schul- & Unistreik teilnehmen! Lasst uns durch dieses Signal des zivilen Ungehorsams Druck aufbauen!