Es ist leider mal wieder nötig: Erneuten Nazi-Aufmarsch am 18. Juni in Bonn Bad Godesberg verhindern!

Bonn stellt sich quer lädt zu einem Bündnistreffen gegen Rechts und Rassismus am Donnerstag, 09.Juni 2016 um 19:00 Uhr im DGB-Haus Bonn, Endenicher Str. 127, großer Saal ein.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen
sehr geehrte Damen und Herren,

Am Samstag, 18. 6. gibt es einen zweiten Versuch von Rassisten, Neonazis, Rechtsextremen, aus dem tragischen Tod des jungen Niklas in Bad Godesberg Kapital zu schlagen. Was am 21. Mai mit wenigen Beteiligten nur kläglich-provokant gelang und den Abscheu vieler BürgerInnen hervorrief, soll unter anderem Etikett neu aufgelegt werden. Dann wollen dieselben Kreise und Personen eine "Groß“demonstration unter dem Motto „Gegen die ausufernde Jugendgewalt zumeist mit Migrationshintergrund“ inszenieren, angemeldet und verstärkt durch Pro-NRW, die sogenannte „identitäre Bewegung“ und „Widerstand Ost-West“ und auf „hochkarätige“ Unterstützung auch aus dem Ausland hoffend. Auftaktkundgebung und Abschluss soll nach dem Willen der Veranstalter unmittelbar am Tatort stattfinden und die durch Trauernde gestaltete Gedenkstätte damit für sich vereinnahmt werden.

Über die Hintergründe und die Täter des Überfalls auf den 17-jährigen ist bisher nur wenig bekannt. Abfällige Sprüche sollen zuerst eine verbale Auseinandersetzung, dann die Tätlich-keiten zwischen zwei Gruppen, die sich zufällig begegneten, ausgelöst haben. Die hierbei deutlich gewordene Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen ist für alle sehr alarmierend und beunruhigend. Sie wird nicht nur in Godesberg beobachtet und keineswegs nur unter Menschen mit Migrationsgeschichte in 1., 2., 3. Generation. Ihre Ursachen haben sicher mit der Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit mancher Gruppen der Bevölkerung zu tun, mit der zugleich eine jahrelange Kürzung der Mittel für Jugend- und Sozialarbeit einherging. Fachkundige fordern schon lange ein deutliches Umdenken und Investitionen in die Zukunft der Jugend in den Städten.

Wir wollen nicht zulassen, dass Neonazis den Tatort und Godesberg zu einem Wallfahrtort für ihre rassistischen Parolen vereinnahmen wollen. Gerade diese Organisatoren sind mit dafür verantwortlich, dass rassistische Gewalttaten im vergangenen Jahr um 40% zugenommen haben, zu Dutzenden jeden Tag! Das ist die ausufernde Gewalt, die Sorgen machen sollte und Sorgen macht!

Wir haben inzwischen bei der Polizei angeregt, dass die Neonazis ihre Kundgebung nicht am Ort des Überfalls auf Niklas abhalten können und gar nicht erst in die Nähe kommen sollen. Aber selbst wenn die Polizei unsere Forderung erfüllen würde, wissen wir aus früheren Erfahrungen, dass ein solches Verbot gerichtlich wieder aufgehoben werden kann.

Es gilt deshalb, unseren Widerstand gegen die neue Demonstration von rassistischer Hetze zu organisieren. Dies schafft niemand von uns alleine, deshalb müssen wir uns zusammen tun. Und zwar mit Allen, die es nicht zulassen wollen, dass Neonazis und Rassisten durch unsere Stadt ziehen.

Wir wollen vielfältige Aktivitäten inklusive Blockaden des Demonstrationsweges der Neonazis und Rassisten initiieren und koordinieren.

Wir laden deshalb zu einer Beratung über unser gemeinsames Vorgehen ein und hoffen auf eine große Beteiligung aller zivilgesellschaftlicher Gruppen aus Bonn und Bad Godesberg. Natürlich sind auch engagierte Einzelpersonen herzlich willkommen.

Über Eure Teilnahme, viele gute Aktionsideen und eine konstruktive Beratung würden wir uns freuen.

Herzliche Grüße
Im Auftrag von Bonn stellt sich Quer
Martin Behrsing