Völliges Versagen der Polizei - Rechte konnten in Bonn Gedenkort von Niklas P. einnehmen

Pressemitteilung von „Bonn stellt sich quer“ vom 15.05.2016

„Bonn stellt sich quer“ wirft der Bonner Polizei bei der von der rechtsextremen Melanie Dittmer organisierten Demonstration völliges Versagen vor. Entgegen der Absprachen des Bündnisses mit der Polizei konnten die rechtsextremistische Gruppe - zum Entsetzen vieler Trauender - unmittelbar neben dem Tat- und Trauerort für Niklas P. ihre Kundgebung abhalten. Das Bündnis verlangt unverzügliche Aufklärung darüber, wie es zu solchen Vorgängen kommen konnte.

Dazu Martin Behrsing, Sprecher von „Bonn stellt sich quer“:
„Unsere Kundgebung begann gestern mit Gefühlen von Trauer, Anteilnahme und Verbundenheit, aber auch dem Bild, dass Bonnerinnen und Bonner aus allen Teilen der Gesellschaft zusammenstehen und die Tat kaum fassen können. Diese Gefühle wurden jedoch plötzlich jäh gestört, als wir mit ansehen mussten, dass die ca. 50 rechtsextremen Personen um Dittmer unmittelbar neben den Tat- und Trauerort für Niklas P. ihre Hetzparolen verbreiten konnten. Die Polizei hat es unserer Ansicht sogar ermöglicht, dass der Gedenkort von Neonazis eingenommen und für ihre rassistischen Parolen missbraucht werden konnte. Das war gegen die im Vorfeld getroffenen Absprachen mit der Polizeibehörde, die uns versichert hatte, dass während der Demonstration keiner an diesen Gedenkort kommen kann. Stattdessen hat die Polizei den Rechtsextremen erlaubt, keine drei Meter vom Tatort entfernt mit ihrer Demonstration zu starten und der Gedenkort war über eine Stunde in der Hand der Nazis.

Die Polizei muss sich die Frage gefallen lassen, ob dies nur eine unverzeihliche „Panne“ war oder ob sie damit absichtlich die Toleranzgrenzen nach rechts verschiebt. Die Gretchenfrage, wie es denn die Bonner Polizeibehörde mit den Rechten hält, muss umfassend beantwortet werden. Die Teilnehmer unserer Kundgebung fühlten sich regelrecht vor den Kopf geschlagen, viele bekundeten entsprechend ihr Befremden über den Veranstaltungsort der Rechtsextremisten direkt neben der Gedenkstelle für Niklas P.“

15.05.2016