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Nazi-Aufmarsch in Bonn-Duisdorf am 12. Juli verhindern

 

 

 

Demo am 12. Juli 2008

Gescher LaMassoret
, Kölner Jüdische Gemeinde
Grußwort von zur Demo und Kundgebung am 12.07.2008 in Bonn-Duisdorf gegen eine dort geplante Nazi-Demo

- Es gilt das gesprochene Wort -

Liebe Demokratinnen und Demokraten, liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten, liebe Freundinnen und Freunde,

für Juden ist eine Nazidemonstration immer ein Schrecken. Das ist so und wird für alle Zeiten so bleiben. Der Anlass, der Sie alle hier heute zusammengeführt hat, zeigt 75 Jahre nach dem Novemberpogrom, dass der Kampf gegen Faschismus, Antisemitismus und Fremdenhass vermutlich ein immerwährender bleiben wird.

Dennoch ist dieser Tag für uns auch ein Grund zur Freude, denn ein derart breites gesellschaftliches Bündnis, wie es sich hier in Bonn gegen Nazis zusammengetan hat, ist ein ermutigendes Zeichen. Zumindest in Bonn stellt sich die gesellschaftliche Mehrheit ihrer Verantwortung, wenn gegen Minderheiten gehetzt wird.

Hätte eine Anti-Nazi-Koalition zwischen demokratischen, politischen Parteien und Antifaschisten, zwischen Liberalen und Linken, zwischen Gewerkschaftern und Unternehmern, zwischen Juden und Christen schon vor 80 Jahren zusammengefunden, hätten die, die hier heute für die ungestörte Verbreitung faschistischen Gedankenguts in Bild und Ton vor der Bundesprüfstelle gegen jugendgefährdende Schriften demonstrieren wollen, keine für sie selbst derart positiv besetzten Traditionen, auf die sie zurückblicken könnten.

Was das demokratische Parteienspektrum betrifft, ist dieses Bündnis noch nicht ganz komplett. Wir hoffen, dass sich die Lücken zukünftig schließen werden, denn die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die in den Köpfen und auf der Straße gleichermaßen geführt werden muss, kann nur dann erfolgreich sein, wenn ohne Wenn und Aber gerade auch die großen demokratischen Organisationen dabei sind.

Der Kampf gegen Antisemitismus etwa ist keine Aufgabe primär für Juden. Er ist Ihre Aufgabe, meine Damen und Herren! Er ist eine Aufgabe der Mehrheit in diesem Land!

In diesem Sinne grüßen wir alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den heutigen Demonstrationen in Bonn und hoffen, dass Sie Ihr Ziel erreichen, friedlich und entschlossen zu verhindern, dass Nazis in Deutschland wieder einfach tun können, was sie wollen. Diese Zeit darf nie wiederkehren!

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