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Nazi-Aufmarsch in Bonn-Duisdorf am 12. Juli verhindern

 

 

 

Demo am 12. Juli 2008

Kathrin Sarömba
ver.di-Jugend NRW-Süd

- Es gilt das gesprochene Wort -

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich spreche für die Jugendlichen, SchülerInnen und Studenten, Auszubildenden und jungen ArbeitnehmerInnen. Viele von Ihnen sind heute morgen zum Duisdorfer Bahnhof gezogen, um den Faschisten direkt vor Ort zu zeigen, daß sie und ihre Propaganda unerwünscht sind!
Und das ist am heutigen Tage für uns als Jugendliche in Bonn eine besondere Aufgabe! Denn wir sind die Menschen, um die es den Nazis mit ihrem Aufmarsch heute überwiegend geht:

Sie wollen uns gewinnen:
...als Käufer für ihre Menschenverachtende Musik!
...als Konzertbesucher für ihre Bands, die zu Hass und Gewalt aufrufen!
...als Unterstützer, Wähler und Mitglieder ihrer Parteien!
...und letztendlich heute auch als Mitdemonstrantinnen und -demonstranten für ihr Verständnis von Meinungsfreiheit und Demokratie!
Um uns für heute auf ihre Seite zu ziehen, haben sie ihre Flyer und ihre Homepage speziell auf »jung« getrimmt - in der Hoffnung, wir gehen ihnen auf den Leim...

Genauso, wie sie hoffen, daß ihnen Teile der Bevölkerung auf den Leim gehen, wenn sie erklären, daß an Arbeitsplatzmangel, zu wenigen Ausbildungsplätzen und leeren Sozialkassen die hier lebenden Ausländer schuld sind!
Daß es für diese Probleme Schuldige gibt, wissen wir als Jugendliche - die in Gewerkschaften und anderen politischen Jugendverbänden organisiert sind - genau! Aber die finden sich in den Konzernzentralen der großen Unternehmen, Banken und in der Politik und nicht bei unseren ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern!
Diese soziale Hetze der Faschisten werden wir enttarnen!
Wir werden ihnen - HIER UND am Duisdorfer Bahnhof (heute morgen) - ein klares Zeichen setzen:
Ein Zeichen, das deutlich macht, daß wir nicht hereinfallen auf ihre Propaganda von Meinungsfreiheit und Zensurverbot. Wir wissen, daß es den Faschisten und ihren Organisationen nicht um den Schutz von Grundrechten geht, sondern letztendlich genau um das Gegenteil: Sie wollen ihre menschenverachtende Ideologie von Diskriminierung und Unterdrückung in die Welt tragen und salonfähig machen. Und salonfähig heißt für sie mit ihrem Rechtsrock vor allem, auf Schulhöfen und in Jugendzentren Gehör zu finden, diskutiert zu werden, letztendlich akzeptiert zu werden:
Und nebenbei damit ihre Strukturen in erheblichem Maße zu finanzieren!

Dazu sagen wir lautstark NEIN!

Nur jede zehnte Rechtsrock CD landet auf dem Index? Wir werden uns ihnen so lange in den Weg stellen, bis die anderen 90 % auch verboten sind! Und mit ihnen auch die Plattenverlage und Shops, die Bands und Veranstalter, die dahinter stehen. Denn die gehören genauso verboten, wie die Parteien, die versuchen, in Deutschland wieder mehrheitsfähig zu werden.

Der Schwur von Buchenwald ist zwar schon einige Generationen alt, doch er gilt auch für uns Jugendliche jeden Tag aufs Neue:
»Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung«
Und dazu gehört für uns als Jugend ein Verbot der NPD genauso, wie immer und überall da zu sein, wo Faschisten und Neonazis auftauchen und uns ihnen entgegenzustellen!

Ich wünsche uns für die heutige Demonstration alles Gute und daß es uns gelingt, ein friedliches, aber machtvolles Signal an alle die zu senden, die glauben mit ihrer braunen Hetze auch nur einen Fuß in unsere Stadt zu bekommen!
Denn der Name dieses großen Bündnisses ist zu recht gewählt:
Keinen Fußbreit den Faschisten!
Glück auf!

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